Trias: Auf dem Weg, die Welt zu erobern

By Morten Alfred Høirup |

Es geht darum, Töne aus dem Bass zu locken, von der Mutter zum Volkstanz geschleppt worden zu sein, und darum, traditionelle Musik auf individuelle Art, zu ehren und zu achten.

“Das Debut-Album der dänischen Band Trias ist ein derart ausgereifter und vollendeter Start, wie ich ihn nur selten gehört habe. Eine Band die formvollendet und souverän – aber niemals großspurig – rüberkommt .“ Chris Nickson, Music Critic

Das vermutet man vielleicht nicht sofort, wenn man sie da oben im Scheinwerferlicht stehen sieht, ruhig, gelassen und äußerst konzentriert. Doch die vier jungen Akteure der Band gehören zu den Allerbesten der neuen Generation dänischer Folkmusiker.

2011 gewannen sie die dänische Folkmusik-Meisterschaft. Ihr Debut-Album „Trias“ brachten sie im Oktober 2012 heraus. Das Album, das sowohl in Dänemark, als auch im Ausland hervorragende Kritiken bekam, besteht aus zwölf neuen Kompositionen und zwei traditionellen dänischen Tanzliedern. Ende 2012 wurde Trias der Danish Musik Awards (dänischer „Grammy“) mit der Auszeichnung „Neue Talente des Jahres“, verliehen.

Konzentration und gute Laune

Der kleine Folkclub in Dänemarks drittgrößte Stadt, in Odense auf Fünen, ist zum Bersten gefüllt mit Menschen jeden Alters. In bester Spiellaune stehen auf der Bühne: Jonas Kongsted und Cristoffer Dam Thorhauge, Geige und Bratsche, Rasmus Nielsen, Geige, Harmonium und Klavier und Søren Østergaard mit seinem Kontrabass.

Sie spielen entspannt und souverän. Die Klänge der Streicher winden sich mit unzähligen Schnörkeln und Verzierungen in- und umeinander während der Bass mit einem Mix aus Folk- und Jazzphrasierungen das Fundament bildet. Und das gute alte Harmonium fügt die Musik mit einer verblüffenden Mischung von Tönen aus vergangener Zeit und heutiger Avantgardemusik zusammen. Das Tempo ist rasant und es ist warm, intensive Konzentration auf der Bühne und super Stimmung auf den Zuhörerplätzen.

„Sie nahm sich meiner an und brachte mir das Geigenspiel bei. Seit dieser Zeit bin ich der traditionellen dänischen Musik treu geblieben. – Rasmus Nielsen.

Im Laufe von ein paar Jahren hat sich Trias vom Trio zum Quartett gewandelt und vom dänischen Volkstanzmilieu hin zu internationalen Auftritten. In den kommenden Jahren möchten wir sie auf Folkbühnen und -Festivals in Europa und der restlichen Welt treffen. Und das wäre nicht allein ihrem großartigen und stilsicheren Debutalbum Trias zu verdanken. “Alles begann mit traditioneller dänischer Spielmannsmusik,“ berichtet mir Rasmus Nielsen, als ich ihn und den Bassisten Søren Østergaard in Kopenhagen treffe, wo sie gerade ein Meeting mit einem japanischen Förderer hatten.

„Schon als ich ein kleiner Junge war, schleppte mich meine Mutter, in ihrer Funktion als Tanzlehrerin, mit zum Volkstanz. Ich hab mich da schnell wohl gefühlt und blieb

dort bis zu meinem 10. Lebensjahr. Doch von vornherein war ich mehr an der Musik als am Tanz interessiert. Das entging der lokalen Spielmanns-Geigerin nicht. Sie nahm sich meiner an und brachte mir das Geigenspiel bei. Seit dieser Zeit bin ich der traditionellen dänischen Musik treu geblieben und habe weder Klassik noch etwas anderes gespielt – nur traditionelle Musik“

Rasmus spielt darauf in verschiedenen Jugendensembles und Arrangements mit, bis er eines Tages auf Jonas und Cristoffer trifft, die ebenso wie er, mit der Volksmusik aufgewachsen sind und von denen er den Eindruck hat, dass „sie richtig gut“ spielen.

Auf dem finnischen Kaustinen Folk Music Festival, wo sie sich, zusammen mit Studenten der Süddänischen Schauspielschule und des Musikkonservatoriums inspirieren lassen wollen, fragt der Veranstalter, ob einige Leute aus der dänischen Delegation Lust hätten, bei einem Sponsoren-Dinner aufzuspielen. Und damit begann die Zusammenarbeit der drei Musiker.

„Ich fand es einfach unglaublich, wie der Fairport-Bassist, Dave Pegg, Melodien aus seinem Bass herauskitzelte, das war ein völlig neues Hörerlebnis für mich.“ – Søren Østergaard

Drei Jahre später gesellte sich der Jazzbassist Søren Østergaard zu dem Trio und ermunterte sie, den Klangrahmen der Band zu erweitern. Gleichzeitig brachte er sie dazu, die dänische Spielmannstradition mit anderen Stilen zu kombinieren.

„Obwohl ich hauptsächlich Jazz und andere Musik spiele, ist mir Volksmusik nicht fremd, „ sagt Søren Østergaard. „Als ich Jugendlicher war, war mein Vater ein begeisterter Folkfan. Unter anderem hörte er gern Irish Folk oder die Musik der britischen Band Fairport Convention sowie andere angesagte Folk-Rock-Bands. Ich war von dieser Musik ebenfalls angetan, und wir haben gemeinsam unzählige Konzerte besucht. Ich fand es einfach unglaublich, wie der Fairport-Bassist, Dave Pegg, Töne aus seinem Bass herauskitzelte, das war ein völlig neues Hörerlebnis für mich.“ Als ich später im Gymnasium Jazz zu spielen begann, weil ich das am coolsten fand, bekam ich wiederum ganz neue Musikeindrücke, denn hier konnte man nach Herzenslust improvisieren.“

Ein Zusammentreffen der Stilrichtungen

Als Søren die Burschen von Trias einige Jahre später wieder trifft, wird er vom Groove ihrer Musik und den hervorragenden Melodien regelrecht inspiriert. Es ist anregend, gemeinsam zu improvisieren, weshalb Søren wieder Lust bekommt, Folk zu spielen. Und so nimmt das Ganze seinen Lauf.

„Die meisten unserer Stücke sind neu,“ sagt Rasmus Nielsen. „Natürlich sind wir geprägt von der dänischen und skandinavischen Folkmusik, die somit das Fundament für unsere eigenen Kompositionen bildet. Viele unserer eigenen Lieder spiegeln die Achtung und den Respekt gegenüber der alten Musik wider. Dennoch interpretieren wir sie auf unsere eigene Art und Weise.“

„Viele unserer eigenen Lieder spiegeln die Achtung und den Respekt gegenüber der alten Musik wider. Dennoch interpretieren wir sie auf unsere eigene Art und Weise.“

Søren Østergaard beschreibt seine Rolle, wie er als Bassist der Band immer wieder Elemente anderer Stilrichtungen als die der Folkmusik in die Musik einfließen lässt. Andererseits achtet er bei den Arrangements auf traditionelle Musik und besonders darauf, während ihrer Auftritte bei den Stücken zu improvisieren. Rasmus nickt zustimmend und fügt an:

„Das war ein riesiges Erlebnis, als wir das erste Mal während des Konzerts unsere Stücke vom Debutalbum in Odense spielten. Es war schlicht unfassbar, wie viele Menschen da zusammengekommen waren, um uns zu hören! Und wir waren unbeschreiblich happy über dieses Publikum, dass mit ihren Zurufen und ihrem Enthusiasmus demonstrierten, wie begeistert sie von dieser Musik sind – das war einfach gigantisch!“

Oversættelse: Christa Christlieb, 06. Juni 2013

Links:

– Trias: www.triasmusic.dk

– Chris Nickson: danskmusic.blogspot.dk/2013/01/trias-trias.html?spref=fb

– Danish Roots: www.danishroots.eu/trias

– Danish Folk Music: www.folkemusik.dk

– Danish Folk Music Albums: www.gofolk.dk

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